Tagesgeld statt Sparbuch?
Noch immer liegt ein enormer Teil des Vermögens in Deutschland auf Sparbüchern, einer altbekannten und sicheren Anlage, die lange Zeit für die meisten Menschen in Deutschland auch die einzige genutzte Form der Geldanlage war. Mit Beginn des Börsenbooms vor einigen Jahren wurden wir Deutschen dann etwas mutiger, viele riskierten einen Teil ihrer Ersparnisse bei Börsengängen wie den der Telekom, manche riskierten auch deutlich zu viel und fuhren hohe Verluste ein. Nach dieser Erfahrung wurde es wieder ruhiger, die Anleger verloren das Vertrauen in ihre Banken und Anlageberater und horteten die verbliebenen Ersparnisse lieber wieder auf dem guten alten Sparbuch.
Mittlerweile werden die Deutschen jedoch wieder etwas mutiger und suchen nach Wegen höhere Erträge zu erzielen, als es mit einem Sparbuch möglich ist. Sparbücher sind zwar sehr sicher, die gesamte Einlage ist abgesichert, und bieten auch eine relativ hohe Flexibilität, das darauf befindliche Guthaben kann vergleichsweise schnell abgehoben werden, jedoch sind die Zinsen mit zum Teil unter 1% äußerst mager.
Eine ebenso sichere und dennoch sehr viel lukrativere Möglichkeit der Geldanlage bietet das Festgeld. Der große Nachteil des Festgelds ist jedoch die Verfügbarkeit, denn ist eine Summe angelegt, hat man erst nach Ablauf des Anlagezeitraums wieder Zugriff darauf. Solche Zeiträume bewegen sich dabei zwischen wenigen Monaten und mehreren Jahren.
Einen Mittelweg bietet hier das Tagesgeld
Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Guthabenkonto, welches heute von fast allen Banken und Sparkassen angeboten wird. Wie es der Name vermuten lässt ist der Zugriff auf die Einlagen täglich möglich, wobei die Einlagen hier ebenso abgesichert sind wie bei einem Sparbuch oder dem Festgeld.
Die Tagesgeldzinsen sind jedoch mit derzeit (Stand Juli 20007) bis zu 4% und mehr pro Jahr sehr attraktiv. Hinzu kommt dass viele Banken Tagesgeldkonten nutzen um Neukunden zu gewinnen, wodurch interessante Zusatzkonditionen geboten werden. Dies kann zum Beispiel ein deutlich höherer Zinssatz während der ersten Monate sein oder auch ein Startguthaben von 25 Euro und mehr. So bietet sich für den Anleger, auch und gerade bei geringen Anlagesummen von wenigen tausend Euro, ein ansehnlicher Ertrag, welcher im ersten Jahr durch Zusatzleistungen noch erhöhen kann.
Einige Punkte sollten vor der Entscheidung für ein Tagesgeldkonto jedoch vergleichen werden, denn die Angebote unterscheiden sich teils deutlich. Auch wenn die eigene Bank ein Tagesgeldkonto anbietet, sollte man sich umsehen ob andere Banken nicht bessere Konditionen und Zinsen bieten.
Bei allen Direktbanken ist das Tagesgeldkonto kostenlos, somit entstehen also keine Zusatzkosten wenn man sich für das Tagesgeld eine andere Bank sucht. Wichtig ist natürlich der gebotene Zinssatz, aber auch die Höhe der Einlange, bis zu der dieser Zins gezahlt wird ist wichtig. Tagesgeldkonten haben nämlich immer einen Höchstbetrag, bis zu dem noch der komplette Zins gezahlt wird, für Einlangen die darüber hinaus gehen fällt der Zins deutlich geringer aus. Dieser Grenze schwankt je nach Bank zwischen 10.000 und 500.000 Euro, also schon ein deutlicher Unterschied.
Ein weiterer interessanter Punkt ist der Zeitpunkt der Zinszahlung. Einige Banken schreiben die Zinsen auf das Tagesgeld wie bei einem Sparbuch jährlich gut, andere tun dies jedoch vierteljährlich und einige sogar monatlich. Hier tun sich natürlich weitere Verdienstmöglichkeiten durch Zinseszinsen auf. Mit einem Tagesgeldkonto lassen sich also ansehnliche Renditen ohne Ausfallrisiko erzielen.
| Author: | Alexander Bertram |
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