Auf dem Nil Ägypten entdecken
Tempel und Pyramiden, Obelisken und die Sphinx – die Schätze Ägyptens faszinieren Jahr für Jahr Millionen von Besuchern aus aller Welt. Kaum ein Land der Erde beherbergt eine derartige Fülle an bedeutenden Relikten wie das ehemalige Pharaonenreich. Zu den beliebtesten Fortbewegungsmitteln auf einer Sightseeing-Tour in die Vergangenheit zählt das Schiff: Eine Kreuzfahrt auf dem Nil ermöglicht ein einzigartiges Kulturerlebnis unter der strahlenden Sonne Nordafrikas!
Luxor: Hier beginnt ein Großteil aller Kreuzfahrten. Das überwältigende Panorama macht diese erste Station bereits zu einem Highlight, denn die Tempelanlagen und Königsstatuen, die sich am Ufer des Flusses emporheben, zählen zu den imposantesten archäologischen Ausgrabungsstätten von ganz Ägypten. Die Statuen und Säulen lassen einen sofort in den Zauber dieses Landes eintauchen – nicht verpassen sollte man die spektakulären Lightshows, die an mehreren Abenden die Woche veranstaltet werden. Nur wenige Kilometer von Luxor entfernt befindet sich mit Karnak eine weitere beeindruckende Anlage, die mit zahlreichen Obelisken und Götterstatuen besticht.
Edfu/Horus: Wer von Luxor aus nilabwärts fährt, bemerkt sofort, welche Bedeutung dem gewaltigen Strom seit jeher für Ägyptens Bevölkerung zukommt. Die ansonsten von Wüsten und Steppen geprägte Landschaft strahlt zu beiden Seiten in fruchtbarem Grün – das Ufer gleicht einer langgestreckten Oase. Der vom Fluss angespülte Schlamm ermöglicht seit Jahrtausenden den Ackerbau und die Viehzucht und hat den Nil zur wortwörtlichen „Lebensader“ des Landes gemacht. Deshalb befinden sich auch die Heiligtümer der Altägypter meistens direkt am Wasser, so auch der Tempel des Horus im Städtchen Edfu. Mit seinen etwa 2200 Jahren gehört er zu den jüngeren Hinterlassenschaften der ägyptischen Dynastien und ist in der griechisch-römischen Periode von den Nachfolgern von Ptolemaios II. errichtet worden. Der Pylon und die Säulenhalle sind mit mystischen Hieroglyphen und Reliefs geziert, die noch immer nicht vollständig übersetzt werden konnten.
Assuan: Gleich doppelt sehenswert ist Assuan einerseits wegen seiner altertümlichen Tempel, andererseits weil sein Staudamm zu den umwerfendsten Meisterwerken moderner Technik weltweit gezählt wird. Dass die historischen Bauwerke heute noch besichtigt werden können, hat man einer spektakulären Aktion zu verdanken: In einzelne Stücke zerlegt und von der Insel Philae an einen anderen Ort versetzt, konnte verhindert werden, dass die einst der Göttin Isis geweihten Monumente nicht von den Fluten des angestauten Nasser-Sees überschwemmt wurden. Auch in Assuan werden abendliche Shows mit Lichteffekten angeboten. Neben der Besichtigung des Tempels und des Hochdamms bietet es sich an, mit dem Boot nach Kitchener’s Island zu fahren, wo sich neben einem bezaubernden Pflanzengarten auch das Mausoleum des Aga Khan befindet.
Esna: Ebenso wie es bei den Anlagen von Assuan der Fall gewesen ist, wird auch der Tempel in Esna Esna vom Wasser bedroht. Hier ist jedoch nicht der Mensch Schuld an der Misere – das Grundwasser macht den einige Meter unter dem heutigen Bodenlevel gelegenen Säulen zu schaffen. Gerade deshalb lohnt es sich, die mit bezaubernden Floralmotiven geschmückten Bauwerke an ihrem Originalstandort zu besichtigen, bevor sie entweder der Erosion zum Opfer fallen oder, ebenso wie ihr Pendant in Assuan, von Denkmalschützern versetzt werden.
| Author: | Viv Rittersporn |
| Kontakt: | viviane.rittersporn(ät)scout24.com |