Fremdwährungsdarlehen
Die Schweiz und Japan liegen bei vielen Baufinanzierern hoch im Kurs. Grund dafür sind die günstigen Kreditzinsen in diesen beiden Ländern welche man sich durch die Aufnahme eines Fremdwährungskredites zu nutze machen kann.
Obwohl der Zinsvorteil bei einer Kreditaufnahme in japanischen Yen oder Schweizer Franken nicht mehr ganz so groß ist wie noch vor einigen Jahren, so bieten Fremdwährungsfinanzierungen nach wie vor ein beachtliches Einsparungspotenzial wenn es um langfristige Finanzierungen geht. Kreditnehmer müssen bei Fremdwährungskredite mehr Sicherheiten nachweisen als bei gewöhnlichen Eurokrediten, was daran liegt, dass Fremdwährungsfinanzierungen mit einem Spekulationsgeschäft gleichgestellt werden können.
Man wettet quasi darauf, dass die Zins- und Wechselkurskonditionen sich in Zukunft zum eigenen Vorteil entwickeln werden. Banken – traditionellerweise sehr konservative Unternehmen – verlangen daher vom Kreditnehmer überdurchschnittlich hohe Sicherheit um sicherzustellen, dass der Kreditnehmer auch bei ungünstigen Zins- und Wechselkursentwicklungen nicht in Zahlungsschwierigkeiten kommt. Zudem müssen Debitoren auch noch höhere Kreditgebühren als bei Eurofinanzierungen akzeptieren. Neben den Kontoführungsgebühren in Heim- und Zielwährung kommen üblicherweise noch Kosten für Devisenkommissionen und Konvertierungskosten auf den Kreditnehmer zu.
Während das zuvor angesprochene Zinsrisiko eher theoretischer Natur ist, sollte man unerwartete Wechselkursschwankungen nicht unterschätzen. Schließlich gelang es in der Vergangenheit einigen Börsenspekulanten immer wieder Nationalbanken zur Abwertung der eigenen Währung zu zwingen.
Wer das Wechselkursrisiko bei Fremdwährungskrediten minimieren möchte, der ist wohl mit einem Fremdwährungskredit in Schweizer Franken am besten beraten, da die Wechselkursschwankungen dieser Währung in der Vergangenheit deutlich geringer ausgeprägt waren als beim Yen. Frankenkredite sind zumindest in Österreich die beliebteste Form von Fremdwährungsfinanzierungen und stellen beinahe die Hälfte aller abgeschlossenen Finanzierungen. Für den Yen als Zielwährung entscheidet sich in Österreich laut Aufzeichnungen der Nationalbank jeder Fünfte.
| Author: | Claudia Schäfer |
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